Modul 3 a/b/c (LP21)

Modul 3a (GOFEX 1), Modul 3b (GOFEX_ILLI) und Modul 3c (GOFEX 2) werden sowohl im Winter- als auch im Sommersemester angeboten. Im Mittelpunkt des GOFEX steht der experimentelle Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem gemeinschaftlichen und Offenen Experimentieren. Der Workload je Seminar/Experimentalpraktikum umfasst 5 CP oder 4 CP (30 Stunden Präsenzzeit zzgl. 90 Stunden Vor- und Nachbereitung). Bevor ihr das Modul 3a/b/c „Experimentieren im Sachunterricht“ belegen könnt, müsst ihr das Modul 1 „Einführung in die Didaktik des Sachunterrichts“ sowie das Modul 2a „Einführung in die Naturwissenschaften/Technik“ (oder aber das Modul 2b „Einführung in die Geistes-/Gesellschaftswissenschaften) absolviert haben. Ferner ist GOFEX I die Voraussetzung zur Belegung von GOFEX 2. Am Ende des jeweiligen Seminars steht als Prüfungsleistung entweder eine benotete Hausarbeit oder eine benotete mündliche Prüfung. Die Modulnote wird gemittelt aus beiden Teilen des Moduls.

 

Modul 3 Experimentieren im Sachunterricht (3a: GOFEX 1, 3b: GOFEX_ILLI, 3c: GOFEX 2)
Studiensem.
3-8
Regelstudiensem.
7
Turnus
WiSe/SoSe
Dauer
3 Sem.
SWS
6
ECTS-Punkte
13
   
Modulverantwortlicher Univ.-Prof. Dr. Markus Peschel
Dozierende

Hochschullehrer*in, abgeordnete Lehrkräfte, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Zuordnung zum Curriculum

Pflichtmodul LP (Lehramt Primarstufe)
Lehrveranstaltungen/SWS

1) Seminar/Experimentalpraktikum: GOFEX 1 (2 SWS, max. Gruppengröße: 20)

2) Seminar/Experimentalpraktikum: GOFEX_ILLI (2 SWS, max. Gruppengröße: 20) 

3) Seminar/Experimentalpraktikum: GOFEX 2 (2 SWS, max. Gruppengröße: 20)

Zugangsvoraussetzungen

Erfolgreicher Abschluss des Moduls 1 "Einführung in die Didaktik des Sachunterrichts" und erfolgreicher Abschluss des Teilmoduls 2a: "Einführung in die Naturwissenschaft/Technik" oder 2b: "Einführung in die Geistes-/Gesellschaftswissenschaften"

Leistungskontrollen/Prüfungen schriftliche Prüfung in jedem Modulelement (3a, 3c benotet, 3b unbenotet)

Arbeitsaufwand

GOFEX 1 (3a)

Präsenz  

Vor-/Nachbereitung

GOFEX_ILLI (3b)                       

Präsenz

Vor-/Nachbereitung

Praxis-/Projektanteile

Schriftl. Prüfung inkl. Vorbereitung

GOFEX 2 (3c)                       

Präsenz

Vor-/Nachbereitung

390 Stunden

120 Stunden

30 Stunden 

90 Stunden

150 Stunden

30 Stunden

40 Stunden

50 Stunden

30 Stunden

120 Stunden

30 Stunden 

90 Stunden

Modulnote Note der schriftlichen Prüfung: Note wird gewichtet gemittelt  aus den Modulelementen: GOFEX 1 (3a) und GOFEX_ILLI (3b); GOFEX 2 (3c) muss bestanden sein.

 

Lernziele/Kompetenzen:

Die Studierenden

  • entwickeln experimentellen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen.
  • vertiefen durch Experimentieren ihr sachunterrichtliches/naturwissenschaftliches Verständnis ausgewählter naturwissenschaftlicher Phänomene, Konzepte und Theorien.
  • verstehen das Konzept des (Offenen) Experimentierens (Kennenlernen der diversen Phasen des Experimentierens/ der Wege zur gemeinsamen Erkenntnis, Kennenlernen von Öffnungsstufen hin zum Offenen Experimentieren, von verschiedenen Aufgabenstellungen/-formaten).
  • stellen Bezüge von Experimenten zur Alltagswelt her (Phänomenorientiertes Experimentieren).
  • entwickeln Kompetenzen bzgl. Transferprozessen der didaktischen Erkenntnisgewinnung und übertragen Inhalte für den naturwissenschaftlich-orientierten Sachunterricht in Schule und Unterricht.
  • kennen naturwissenschaftliche Erkenntnis- und Arbeitsmethoden sowie didaktische Konzepte zu deren Umsetzung im Sachunterricht und können diese anwenden.
  • lernen das didaktische Konzept sowie das Raum-, Material- und Ordnungskonzept des GOFEX kennen und reflektieren diese Konzepte.
  • können die o.g. GOFEX-Konzepte auf die Unterrichtspraxis anwenden.
  • verfügen über Strategien des Erklärens fachlicher Zusammenhänge im Spannungsfeld zwischen formaler fachlicher Korrektheit und Fokussierung von entsprechenden Schülervorstellungen (Didaktische Rekonstruktion).
  • verfügen über Kenntnisse und Fertigkeiten im Experimentieren unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften.
  • beschäftigen sich theoretisch mit Öffnungsformen des Experimentierens und erproben diese praktisch (anhand von Materialien und Aufgaben), auch mit Schüler*innen.
  • kennen Eigenschaften einer guten Lernbegleitung beim Experimentieren.
  • setzen sich mit der „Didaktik der Lernwerkstatt” und ihren Kernkonzepten auseinander.
  • sind in der Lage, ihr eigenes Handeln allein und in der Gruppe kritisch zu reflektieren und Handlungsalternativen zu entwickeln.
  • können sachliche und konstruktive Rückmeldung zu entwickelten Aufgaben und zum Handeln anderer Lernbegleitungen geben.
  • können naturwissenschaftliche Phänomene experimentell demonstrieren, auf schulorientierte Experimente beziehen und zu Schülerexperimenten anleiten.
  • können angemessen auf die Heterogenität der Schülerschaft eingehen und ermöglichen individualisiertes Lernen.
  • kennen typische Schülervorstellungen, typische Verständnishürden und häufige fachliche Fehler in den verschiedenen Fachthemen des Sachunterrichts.
  • verknüpfen vielperspektivische Denkweisen mit phänomenorientierten Handlungsformen.

 

Inhalte:

Experimentalseminar Experimentieren im Sachunterricht (GOFEX 1, Modulelement 3a)

Das Seminar GOFEX 1 führt in verschiedene sachunterrichtsdidaktische Betrachtungsweisen des Experimentierens im naturwissenschaftlich-orientierten Sachunterricht ein und macht die Studierenden dabei mit den verschiedenen Konzepten und Ansätzen des GOFEX vertraut. Theoretische Hintergründe bilden dabei u. a. grundschulpädagogische/sachunterrichtsdidaktische Diskurse um die Öffnung von (Sach-)Unterricht bzw. von Experimentieren sowie um Scientific Literacy, Nature of Science und Aufgabenqualitäten.

  • Beschäftigung mit Fragen der Anschlussfähigkeit naturwissenschaftlich-technischen Wissens und naturwissenschaftlicher Methoden
  • Kennenlernen des didaktischen Konzepts sowie Raum-, Material- und Ordnungskonzepts des GOFEX
  • Auseinandersetzung mit Kriterien Guter Aufgaben im Sachunterricht, (Eigen-)Formulierung und Erprobung bzw. Weiterentwicklung selbst formulierter Aufgaben
  • theoretische Beschäftigung mit und praktische Erprobung verschiedener Öffnungsstufen des Experimentierens anhand (Guter) Aufgaben des Sachunterrichts und anhand der Materialien im GOFEX (Schwerpunkte: Angeleitetes Experimentieren an Stationen, Geöffnetes Experimentieren, Freies Explorieren, Problemlösen und Experimentieren)

 

Experimentalseminar Experimentieren in heterogenen Lerngruppen und individuellen Lehr-Lern-Situationen (GOFEX_ILLI, Modulelement 3b)

Das Seminar GOFEX_ILLI ermöglicht den Studierenden die Durchführung einer Praxis- oder Projektarbeit mit Schwerpunktlegung auf individuellen Lehr-Lern-Situationen bzw. auf Inklusion und Umgang mit Heterogenität (ILLI).

Bei der Praxisarbeit liegt der Fokus auf der Lernbegleitung beim Experimentieren. Die Studierenden hospitieren an ca. 6 Terminen während der GOFEX-Tage, in anderen Schülerlaboren/Lernwerkstätten und/oder in Schulklassen. Außerdem erproben sie in diesem Rahmen (eigene) Lernumgebungen mit Kindern, reflektieren darüber und überarbeiten die Lernumgebungen schließlich aufgrund der gesammelten Erfahrungen. Diese Erfahrungen bzw. Beobachtungen werden gemeinsam im Seminar reflektiert und auf theoretische und empirische Grundlagen zurückgeführt.

Im Falle einer Projektarbeit sind weitere Schwerpunktsetzungen innerhalb der Lernbegleitung und Auseinandersetzung mit individuellen Lehr-Lern-Situationen denkbar, wie z. B. spezielle Heterogenitätsdimensionen und -ausprägungen (z. B. Hochbegabung, soziale oder sprachliche Vielfalt). Hierzu können die Praxisteile entsprechend des Projektthemas angepasst werden (z. B. Besuch von Förderschulen, IQ XXL o. ä.).

In Abhängigkeit von der jeweiligen Schwerpunktlegung sind folgende Inhalte vorgesehen:

  • vertiefte Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Verfahren und Methoden der Erkenntnisgewinnung, mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und mit den GOFEX-Konzepten
  • praktische Erprobung und Weiterentwicklung selbst formulierter (geöffneter) Aufgaben und Lernumgebungen
  • Beschäftigung mit den Prinzipien von (Hochschul)Lernwerkstatt, (Hochschul)Lernwerkstattarbeit, Lernbegleitung und „Didaktik der Lernwerkstatt“
  • Erprobung und kritische Reflexion der eigenen Rolle als Lernbegleitung in (geöffneten) Experimentiersituationen
  • Kennenlernen und Erprobung wissenschaftlicher Methoden (Teilnehmende Beobachtung, Videovignetten, ...) als Mittel zur Unterstützung der (gemeinsamen bzw. Selbst-) Reflexion
  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Heterogenitätsdimensionen und -aspekten (z. B. Hochbegabung, Geschlecht, Sprache usw.) und Ableitung von Konsequenzen/Maßnahmen für den Sachunterricht – Kennenlernen entsprechender Forschungsprojekte (z. B. kidipedia, GOFEX Meduse, Girls’Day, Sprachlichkeiten & Fachlichkeiten)

 

Experimentalseminar Experimentieren im Sachunterricht (GOFEX 2, Modulelement 3c)

Das Seminar GOFEX 2 greift die überwiegend monoperspektivische Auseinandersetzung mit Experimentieren im naturwissenschaftlich-orientierten Sachunterricht auf, die in Teilmodul 3a geführt wurde. Zum einen werden höhere/weitere Öffnungsstufen des Experimentierens thematisiert und damit auch zunehmend inhaltliche, soziale und personelle Dimensionen der Offenheit diskutiert. Zum anderen findet eine vielperspektivische Wendung statt, um aktuelle konzeptionelle Diskurse der Didaktik des Sachunterrichts aufzugreifen. Theoretischer Hintergrund ist nun außerdem verstärkt eine bildungstheoretische Einordnung und Diskussion (Heymann, Klafki), aber auch eine fundiertere und spezifischere Verortung in Theorien des Sachunterrichts und seiner Didaktik.

  • theoretische Beschäftigung mit und praktische Erprobung verschiedener Öffnungsstufen des Experimentierens (Schwerpunkte: Freies Explorieren, Problemlösen und Experimentieren, Phänomenorientiertes Experimentieren, Offenes Experimentieren)
  • physikalisches Spielzeug im Sachunterricht
  • Kommunikations- und Interaktionsprozesse/Lehr-Lern-Prozesse beim Experimentieren
  • Vielperspektivität und übergeordnete Fragestellungen im Sachunterricht
  • Bildungsrelevanzen und bildungstheoretisches Fundament Guten Sachunterrichts

 

Literaturhinweise:

  • Peschel, Markus (2009): „GOFEX – Grundschullabor für Offenes Experimentieren. Grundlegende Konzeption.“, In: Lauterbach, Roland, Giest, Hartmut, Marquardt-Mau, Brunhilde (Hrsg.): „Lernen und kindliche Entwicklung.“ Bad Heilbrunn: Klinkhardt (= Probleme und Perspektiven des Sachunterrichts. 19) S. 229-236.
  • Peschel, Markus (2010): „Grundschullabor für Offenes Experimentieren – Grundschultransfer?“, In: Giest, Hartmut, Pech, Detlef (Hrsg.): „Anschlussfähige Bildung im Sachunterricht“. Bad Heilbrunn: Klinkhardt (= Probleme und Perspektiven des Sachunterrichts. 20), S. 49-56.
  • Peschel, Markus (2012): Gute Aufgaben im Sachunterricht – Offene Werkstätten = Gute Aufgaben?“. In: Carle, Ursula; Kosinar, Julia (Hrsg.): „Aufgabenqualität in der Grundschule“. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren, S. 161-172.
  • Peschel, Markus (2013): „GOFEX – Ort des Lehrens und Lernens. In: Wannack, Evelyne: „Das Lernen der 4-8-jährigen“. Tagungsband der SGL-Tagung, Bern.
  • Peschel, Markus, Struzyna, Sarah (2010): „GOFEX – Grundschullabor für Offenes Experimentieren: Entwicklung eines Raumkonzeptes als Element der Öffnung“. In: Arnold, Karl-Heinz; Hauenschild, Katrin; Schmidt, Britta; Ziegenmeyer, Birgit (Hrsg.) (2010): Zwischen Fachdidaktik und Stufendidaktik. Perspektiven für die Grundschulforschung (Jahrbuch Grundschulforschung, Bd. 14). Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, S. 197-200.

(Literatur überwiegend als pdf auf der Homepage http://www.markus-peschel.de/ unter „Publikationen“ beziehbar)

Zu Beginn der Veranstaltung wird weitere unterstützende Literatur bekannt gegeben.

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